KiGa Lilienthalweg

Städtischer Kindergarten Lilienthalweg

Leitung: Karin Herget

Lilienthalweg 9

59229 Ahlen

Tel.: 0 23 82 - 70 24 24
Fax: 0 23 82 - 70 41 54 2

Öffnungszeiten

Mo. - Fr. von 7.15 Uhr - 16.15 Uhr
(bei 45 Stunden Betreuungszeit)

 

Mo. - Fr. von 7.30 Uhr - 12.30 Uhr

von 14.00 Uhr - 16.00 Uhr
(bei 35 Stunden Betreuungszeit)

Integrative Arbeit der Einrichtung


Die Integrative Arbeit in unserer Schwerpunkteinrichtung



„Warum spricht das Mädchen so komisch?“

„Warum kann das Mädchen nicht Roller fahren?“

„Weshalb trägt das Mädchen noch Pampers?“



Kinder sind neugierig, interessiert, aufmerksam, stellen viel Fragen, wenn ein Kind anscheinend „anders“ ist.

Mittlerweile weiß jedes Kind, warum das Mädchen anders redet, oder nicht Roller fahren kann oder Pampers trägt.

Und es ist für die Kinder das Normalste von der Welt.

Das Mädchen spielt mit, mit dem Jungen wird gestritten und es gelten für sie die gleichen Regeln, wie für alle anderen auch.

In einer unserer Gruppen hat dieses tägliche Miteinander einen ganz besonderen Stellenwert.

Das ist in unserem Kindergarten die Schwerpunktgruppe Bärenhöhle. Hier leben und spielen 20 Kinder, wovon 5 Kinder heilpädagogisch betreut werden.



Was ist Integration?



Die Lebenswelten von behinderten und nichtbehinderten Menschen sind meistens getrennt, altersbezogene Bewegungsmöglichkeiten und damit gemeinsame Erfahrungen wurden und werden verhindert. Durch diese Trennung wird Schubladendenken ermöglicht und Vorurteile provoziert.

Bei der Integration von nichtbehinderten und behinderten Kindern lernen die Kinder im Umgang miteinander, mit den Einschränkungen des Einzelnen umzugehen und sie positiv in der Gemeinschaft zu nutzen. Die gemeinsame Erziehung fördert so die gegenseitige Akzeptanz der Kinder der Kinder, und so können sie gemeinsam miteinander und voneinander lernen.

Ein wesentlicher Vorteil der Integration in der Schwerpunkteinrichtung zeigt sich für die Kinder mit Behinderung und Entwicklungsverzögerung darin, dass die anderen Kinder für sie einen ständigen Entwicklungsanreiz darstellen. Das lernen mit und voneinander gestaltet sich als wechselseitiger Prozess.

Für Eltern nichtbehinderter Kinder stellt sich immer wieder die Frage, ob es auch Vorteile für ihre Kinder gibt?

Oftmals besteht eine gewisse Unsicherheit, dass ihre Kinder durch die gemeinsame Erziehung in ihrer Entwicklung gehemmt werden könnten, was durch bisher gesammelte Erfahrungen und Studien aber keinster Weise bestätigt werden.

Integration bedeutet für die Kinder zusätzlich die Möglichkeit, durch das tägliche Miteinander wichtige Verhaltensweisen und gegenseitige Rücksichtnahme, Hilfsbereitschaft und Toleranz in besondere Weise zu erfahren. Dieses wirkt sich positiv auf das Sozialverhalten aller Kinder aus. Somit kann jedes Kind von diesem Miteinander profitieren.

Jedes Kind hat seine Stärken! So kann vielleicht ein Kind mit Behinderung, dem es schwer fällt, zu balancieren und sich sprachlich auszudrücken, sehr gut singen, kreative Ideen einbringen und besonders rücksichtsvoll im Umgang mit anderen Kindern sein.

Integration heißt also für uns, nicht nur krankheitsbezogenen Aspekte zu betrachten, sondern im gleichen Maße die Stärken, Fähigkeiten und liebenswerten Seiten zu erkennen, zu unterstützen und zu fördern.

Schwerpunkteinrichtung

Seit dem 01.08.2005 ist der städtische Kindergarten „Lilienthalweg“

durch das Landesjugendamt als „Schwerpunkteinrichtung“ anerkannt.



Begriffsbestimmung:

Schwerpunkteinrichtungen sind Tageseinrichtungen im Sinne des GTK* mit einer oder mehreren Tagesstättengruppen für Kinder von in der Regel dritten Lebensjahr bis zum Beginn der Schulpflicht mit jeweils 10 oder 15 Regelplätzen und fünf Plätzen für Kinder mit Behinderung im Sinne des §53 SGB XII** oder §35aKJHG***

Die tägliche Dauer der Förderung, die die Einnahme eines Mittagessen umfasst, muss ohne Fahrtzeit mindestens sechs Stunden betragen. Die gemeinsame Erziehung von Kindern mit oder ohne Behinderung erfolgt in gemischten Gruppen.

*Gesetz über Tageseinrichtungen für Kinder *Bundessozialhilfegesetz *Kinder und Jugendhilfegesetz

Unsere Schwerpunktgruppe arbeitet nunmehr seit 5 Jahren integrativ mit Kindern.

Durch die Anerkennung als Schwerpunkteinrichtung werden in der Gruppe Bärenhöhle folgende Veränderungen stattfinden.
Gruppenstärke 20 Kinder – statt zur Zeit 25 Kinder = 5 Kinder mit Behinderung bzw. von Behinderung bedroht und 15 Kinder ohne Behinderung
Einsatz einer heilpädagogischen Fachkraft
Therapeutische Arbeit am Kind (z.B. Logopädie, Physiotherapie) kann im Kindergarten stattfinden (somit weniger Termindruck für Kinder und Eltern)
Psychomotorik wird für die Kinder mit Behinderung durch eine Motopädin im Kindergarten angeboten.
20 Tagesstättenplätze für die Kinder (Übermittagbetreuung)

Warum uns – dem Kindergarten Team – die Arbeit der Kinder mit und ohne Behinderung in unserer Schwerpunkteinrichtung so am Herzen liegt?

Die heilpädagogische Arbeit in unserer Schwerpunkteinrichtung orientiert sich ganz am ganzheitlichen Menschenbild, das bedeutet unter anderem, dass das Kind mit seinen Wünschen und seinen Bedürfnissen im Mittelpunkt steht. Es erfährt Hilfe und Unterstützung unter Anwendung heilpädagogischer Methoden (kunsttherapeutisch, psychomotorisch, spieltherapeutisch), so dass ihm die Teilhabe am „normalen“ Kindergartenalltag ermöglicht wird.
Wir wollen ein wechselseitiges Von-einander-lernen bewirken und so das Spiel und das gesamte Tun aller Kinder bereichern.
Die heilpädagogisch betreuten Kinder erfahren keine Isolation und Sonderstellung, sondern können sich gemeinsam mit Kindern und Erzieherinnen in den Räumen des Kindergartens wohlfühlen.