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Der Blaue Wasserturm, eine nicht alltägliche Baustelle

21.05.2019 11:35 Alter: 90 Tag(e)

Von: (ch)




Der Bau des Wasserturms begann 1915 und wurde 1917 fertiggestellt.  Er ist der
letzte erhaltene Wasserbehälter seiner Bauart. Damit der blaue Wasserturm auch
noch viele weitere Jahre überlebt, wird er nun teilsaniert. Aktuell nehmen Fachleute
die durch Korrosion verursachten Schäden auf der Mittelkonsole des 1915 erbauten
Gebäudes in Angriff. „Der Stahl geht teils wie Blätterteig auseinander“, sagt Christian
Tripp, Vorsitzender des Fördervereins Fördertürme. Horst Schulte ergänzt: „Korro-
sion entsteht dort, wo kaum entlüftet wird und sich Wasser ansammelt.“ Neben dem
Vorhelmer Betrieb, der besonders auf die Leistungen von Christian Frank und Heinrich
Börger verweist, sind an den Arbeiten auch der Malerbetrieb Heßbrügge aus Münster
und der Stahl- und Maschinenbaubetrieb Demandt aus Liesborn beteiligt. Die Statik
lieferte das Büro Pollmeier-Blume.


Rund 180 000 Euro kostet die Maßnahme, die allerdings nur die gröbsten Schäden be-
seitigt und die Begehbarkeit des Stahlbaus wiederherstellt. „27 000 Euro davon stellen
wir als Verein aus unseren Rücklagen bereit“, sagt Tripp. „50 000 Euro kommen als
Fördermittel von der Bezirksregierung. Das ist schon beachtlich.“ Den Rest steuert die
Stadt Ahlen als Eigentümerin bei. 127 Stufen sind es bis zu seinem Arbeitsplatz in 26
Meter Höhe. „Diese Konstruktion hat uns schon ein paar schlaflose Nächte beschert“,
gibt Sven Brückner von der Vorhelmer Firma Gerüstbau Brückner ehrlich zu. „So eine
Konstruktion hatten wir noch nie.“ Das war eine logistische Herausforderung“. Nahezu
zerfressen worden vom Rost sind Stahlbleche des blauen Wasserturms in Ahlen. Zur
Verdeutlichung hat Heinz Josef Demandt ein paar Exemplare des ursprünglich sechs
Millimeter dicken Stahls mitgebracht, der inzwischen ausgetauscht wurde.

 

„An einigen Stellen war er komplett durchgerostet“, berichtet er und belegt es ansch-
aulich mit einer Kiste verrostetem Altmaterial. „Die zuvor kritischen Sachen haben wir
im Griff“, betont Josef Demandt. Hermann Huerkamp will das verrostete Material für
den Förderverein als Anschauungsmaterial und zur Sanierungsdokumentation aufbe-
wahren. „80 Prozent der Gesamtmaßnahme sind abgeschlossen“, sagt Christian Tripp,
und stellt das Ende der Arbeiten für Mitte Juni in Aussicht. Im kommenden Monat soll
die aktuelle Sanierung abgeschlossen sein. „Das verschafft uns jetzt etwas Luft“, freut
sich Horst Schulte. In zehn bis 15 Jahren gehe es dann „ans Eingemachte“.





                                        





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