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Falter kennen keinen Stress

09.10.2017 08:30 Alter: 8 Tag(e)



Origami, die Kunst des Papierfaltens, kann zur Passion werden. Das konnten Besucher auf dem 4. Westdeutschen Origamitag des Vereins Origami Deutschland auf der „Zeche Westfalen“ am Samstag entdecken. Der Verein hatte unter dem Motto „Glück auf! Der Falter kommt!“ Origamisten aus ganz NRW eingeladen.

Rund 40 Falter, wie Origamisten auch genannt werden, fanden den Weg zum Treffen, das Elke Albrecht und Pamela Trowe organisiert hatten. Auch die Bundesvorsitzende Marlene Rostig aus Gera und ihr Stellvertreter Jens Boll aus Kiel waren angereist.

Was macht den Reiz von Origami aus? Bei der Frage fangen die vier Falter an zu sprudeln über ein Hobby, das sich als sehr vielfältig herausstellt. Da ist zunächst einmal die Materialfrage. „Papier ist immer verfügbar und man braucht keine Werkzeuge – nur Hände“, sieht Pamela Trowe einen gewaltigen Vorteil ihrer Leidenschaft. Ist kein Papier da, reicht auch ein herumliegender Flyer.

Das Falten, es heißt nicht Basteln, kann selbst im Zug durchgeführt werden, auch wenn ein Tisch als Grundlage immer vorteilhaft ist. Wobei Kleber verpönt ist. Die Modelle sind in sich stabil. So stabil, dass zum Beispiel ein selbstgefalteter Briefumschlag auf dem Postweg tatsächlich seinen Empfänger erreicht.

Man kann sich immer steigern.

Elbe Albrecht

Die Herausforderung ist, immer etwas Neues zu probieren. „Man kann sich immer steigern“, findet Elke Albrecht, die zugibt, dass das Falten schon mal zur Sucht werden könne, wobei die Zeit vergessen werde. Ein Flow, ein entspannter meditativer Zustand, ist da schon mal möglich.

Stress? Den kennen Falter nicht. Wenn etwas nicht funktioniert, ist man kurz enttäuscht, knüllt das Papier zusammen und wirft es möglicherweise gegen die Wand. Vorteil: Es kann ja nichts kaputtgehen. Danach wird einfach weitergefaltet.

Wobei das Falten in der Gruppe dann doch einen größeren Reiz ausmacht. „Falter wollen miteinander etwas schaffen und helfen sich gegenseitig“, liebt Marlene Rostig die Treffen. So sind inzwischen 800 Origamisten in Deutschland im Verein organisiert – Tendenz steigend. Origami ist nämlich mehr. Es verbindet und ist ein Lebensgefühl mit Lebensfreude.

Unterschieden wird zwischen dem klassischen Origami, das aus einem Papier gefaltet wird, und modularen Origami, die aus einzelnen Modulen ineinandergesteckt werden. Da können bis zu 120 Module zusammenkommen. Eine Grenze stellt nur das Gewicht des Papiers dar. „Man staunt immer wieder, was geht“, lässt sich auch Jens Boll inspirieren. So waren viele interessante Modelle auch beim Treffen zu bestaunen, wobei Falter Dirk Eisner auch das Thema des Tages umsetzte. Er faltete ein rotes Mammut und grüne Fördertürme. Wie hieß es doch gleich? „Glück auf! Der Falter kommt!“

Text/Foto: Ralf Steinhorst





               





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