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10 000 Bilder aus Bergbauzeiten

12.09.2017 08:16 Alter: 35 Tag(e)



Jetzt sind sie auch offiziell geöffnet, die Räume des „Jupp-Foto-Club“ am Glückaufplatz. Der Verein bewahrt eine Dokumentation der Zeche Westfalen mit über 10 000 Bildern.

Von Reinhard Baldauf

In Anwesenheit des Ehrenvorsitzenden Josef „Jupp“ Hesse wurden am Freitagmittag die Räume des Vereins zur Bewahrung der Bilddokumentation Zeche Westfalen „Jupp-Foto-Club“ eröffnet.

Der frühere Beschäftigte auf „Westfalen“ hat rund 10 000 Fotos aus der Geschichte der Zeche gesammelt. Damit diese einmalige Dokumentation erhalten bleibt, hat Hesse diese in den Verein eingebracht. Ein Vorgehen, das von Bürgermeister Dr. Alexander Berger am Freitag hoch gelobt wurde.

Für die kleine Feier hatte der Verein auf dem Glückaufplatz ein Zelt aufgebaut, das vor dem Regen schützte. Der Vorsitzende Marc Senne begrüßte die Gäste mit dem Ehrenvorsitzenden Josef Hesse und Bürgermeister Dr. Alexander Berger an der Spitze. Zunächst dankte Marc Senne den Sponsoren, dem sich der Bürgermeister in seinem Grußwort später anschloss. Besonders die Stiftungen von „Viva West“ und der Ruhrkohle (RAG) sowie die Bürgerstiftung wurden genannt. Aber auch die anderen Unterstützer blieben nicht unerwähnt.

In seiner Begrüßung erinnerte Marc Senne, dass der Verein fast auf den Tag vor zwei Jahren gegründet wurde und die Gemeinnützigkeit anerkannt worden sei. Sein spezieller Dank galt dem Fotosammler „Jupp“ Hesse. „Nach der Gründung haben weitere Leute mehr als 10 000 Fotos vom Kohle- und Strontianitbergbau eingebracht“, berichtete Senne.

Nach den Worten des Vorsitzenden stammt das älteste Foto aus dem Jahr 1902. So habe die erste Ausstellung, die jetzt laufe, den Titel „Ein Bergwerk entsteht“. In seinen Ausführungen unterstrich Marc Senne die enge Zusammenarbeit mit der Kulturabteilung der Stadt, die durch den Leiter Christoph Wessels vertreten war.

Der Verein bietet Module an, zu denen unter anderem auch die Besichtigung der Fördertürme gehört.

Als „lebende Legende“ bezeichnete Bürgermeister Dr. Alexander Berger in seinem Grußwort „Jupp“ Hesse. „Man spürt schon wieder den Kohlestaub auf der Haut“, meinte der Erste Bürger der Stadt zu der Ausstellung und ergänzte: „Wir hatten große Zeiten mit dem Bergbau.“ Die Räume des Vereins sah er als einen Erinnerungs- und Lernort und wünschte sich, dass dieser ein „lebendiger Bestandteil des Kulturlebens“ wird. Er persönlich befürworte, dass die Schulen dieses Angebot nutzen. Hier gebe es einen authentischen Eindruck, was Bergbau einmal war.

„Auch 17 Jahre nach der Deckelung hat der Bergbau für viele Menschen nichts an seiner Faszination verloren“, meinte der Bürgermeister. Er zeigte sich erfreut, dass die Befürchtungen mit der Schließung der Zeche nicht eingetreten sind. Die Fotosammlung sei, so Dr. Berger, für Ahlen ein großer Gewinn. Als Rednerpult diente ein umgebautes Untertage-Fahrrad. Musikalisch rahmten Axel Ronig und Thomas „Mötte“ Gerullis die Eröffnung ein. Sie trugen Berg-mannslieder und Songs über die Kolonie und das Leben dort vor.

Zum Abschluss durchschnitten Dr. Alexander Berger und Marc Senne ein rotes Band zu den Räumen des Vereins.

 

Text: Reinhard Baldauf

Bilder: Reinhard Baldauf/Hermann Huerkamp





                         





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