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„Hurra wir haben Krieg!“

10.05.2019 12:00 Alter: 129 Tag(e)

Von: (ch)




Im Rahmen  „Weg der Erinnerungen“ war am Mittwoch Elvira Markmeier zu Besuch
im Glückaufheim. Ihre Mission war es, Erlebnisse aus ihrer Jugend den Anwesenden
Schülern näherzubringen. Und das tat sie so ehrlich und spannend, dass man nicht
mehr aufhören wollte ihr zu zuhören.  „Wir haben damals erst an der Schützenstraße
und später am Siemensweg gewohnt“, erinnerte sie sich. Als der Krieg ausbrach,waren
wir so ahnungslos, wir wussten ja nicht was Krieg war. Wir sind aus der Schule gekom-
men und hatten Spaß „Hurra, Hurra wir haben Krieg.“ Der Krieg wurde zu dieser Zeit
von allen gefeiert, aber unsere Mutter  klärte uns auf,  dass der Krieg nichts Tolles ist.

„Gott sei Dank habe ich den großen Bombenangriff im April 1944 hier nicht erlebt“,
berichtete die 1930 geborene Ahlenerin. „Zu dieser Zeit war ich in Kur“ , das war mein
Glück, denn eine Bombe hatte die Fassade des Elternhauses weggerissen. „Es war für-
chterlich, diese Angst vor den Bomben. Wir hatten ja nur die Splittergräben“, schilderte
die Seniorin. Bunker habe es in der Gegend nicht gegeben.

Im Winter haben wir unsere Mutter gefragt ob wir Töpfe und Pfannen bekommen können
und dann sind wir damit im Splittergraben herunter gerodelt sagte, Elvira Markmeier und
musste dabei ein wenig schmunzeln.  „Wenn ich an die armen Juden denke, das werde ich
wohl nie mehr los, dann muss ich heute noch weinen“, sagte die 88 Jährige.  Viele der
Teilnehmer hätten gerne noch länger den Erlebnissen von Elvira Markmeier zugehört,
aber  die  begrenzte Zeit lies dies nicht zu.





                              





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