Das Konzept

Hier das Konzept des Projektes "Freizeithilfen vor Ort" im Original:

FREIZEITHILFEN VOR ORT

Projektbeschreibung – Zielsetzungen, Zielgruppen und Methoden

1. Einbindung in der Stadtteilarbeit

Die „freizeithilfen vor ort“ sollen helfen, über die bereits angebotenen Integrationshilfen im Bereich beruflicher und schulischer Weiterbildung, Sprachförderung und Integrationskurse die Bewohner des Stadtteils auch in ihrer Freizeit besser in die Gesellschaft einzubinden. Besonders außerhalb der genannten „Pflichtveranstaltungen“ besteht ein Bedarf an zusätzlichen Hilfen und Anlaufstellen, die Wege ebnen, Kontakte erstellen und Austausch ermöglichen.

Die Idee ist es, im Stadtteilbüro eine Anlaufstelle zu schaffen, die Informatioen über Angebote von z.B. Vereinen, Moschevereinen, Jugendzentren sammelt und an die Bewohner gerade auch mit Migrationshintergrund weitergibt. Das kann z.B. durch regelmäßig herausgegebene Flyer, durch das Internetangebot des Stadtteilbüros „www.vorortinahlen.de“, durch Aushänge (Wandzeitung) und Pressemitteilungen an die lokalen Zeitungen geschehen.
Grundlage ist der Aufbau eines Freizeitclubs, der sich sowohl an Familien mit Migrationshintergrund als auch an Familien ohne Migrationshintergrund wendet.
Diese „Keimzelle“ soll zum einen ein Sportangebot für Familien entwickeln und ergänzend hierzu Angebote, wie eine Fahrt zum Maxipark nach Hamm oder eine Wanderung auf die Osthalde organisieren.

Der Ansprechpartner muss zweisprachig sein und sich somit als Brückenkopf zwischen beiden Kulturen verstehen.

Seit 1995 unternimmt das Stadtteilbüro in Trägerschaft des Stadtteilforum Süd/Ost e.V. einen bewohnerorientierten Stadt(teil)erneuerungsprozess im Ahlener Osten. Das Büro ist die Anlauf- und Koordinierungsstelle für die Akteure aus dem Stadtteil, wie Vereinen, Schulen, Wohlfahrtsverbänden, Tageseinrichtungen für Kinder, Betriebe, der Stadt, der Gewerkschaft und weiteren gesellschaftlichen Gruppen, auch der Wohnungsgesellschaft. Das Stadtteilbüro hat die Aufgabe übernommen, den Strukturwandel aktiv mit den endogenen Kräften des Stadtteils zu gestalten. Der Verein hat mehr als 50 Mitglieder. Dazu zählen Organsationen aus dem Stadtteil, wie die Fördervereine der Schulen und Kindertageseinrichtungen, einige Betriebe, die Gewerkschaft, die Wohnungsbaugesellschaft, der Ausländerbeirat und einige türkische Vereine.
Das Glückaufheim ist ein Leitprojekt dieser Erneuerung im Stadtteil. Es liegt im sozialen Wohnumfeld, zentral am Glückaufplatz. Es wurde 2001 als ehemalige Bergmannsstätte zu einem neuen soziokulturellen Zentrum umgebaut und auf insgesamt 600 qm Fläche finden sich Angebote wie ein Cafè und Kioskbetrieb, das Stadtteilbüro selbst, die Ausbildungsstätte „Hauswirtschaft“ der Arbeiterwohlfahrt UB Hamm-Warendorf, das Medienzentrum der REVAG (Reviergemeinschaft kultureller Bergmannsbetreuung) e.V. mit seinen Bildungsangeboten und die Geschäftsstelle des ATSV (Ahlener Türkischer Sportverein).

2.1. Ziele des Projektes „freizeithilfen vor ort“
Ziel ist es, bereits vorhandene Angebote aus Kultur, Bildung, Freizeit und Sport, zum Beispiel von Sportvereinen, die bekanntermaßen einen hohen Beitrag zur Integration leisten, auch jenen Migrantentinnen und Migranten zu vermitteln, die bisher nicht erreicht wurden.

Im Stadtteilbüro wird ein deutsch-türkischer Ansprechpartner sowohl für die Anbieter (Vereine, Schulen, öffentlich, kirchlich und freie Träger) als auch für die Nachfrager eingerichtet.
Ziel ist es, dass ein Personenkreis von ca. 150 Teilnehmern aufgebaut wird, die an den verschiedenen Aktivitäten teilnehmen. Nach dem ersten Jahr soll dieses Ziel zu 50 %, nach dem zweiten zu 75 % und nach dem dritten Jahr zu 100 % erreicht werden.

Das Stadtteilbüro sollte aber mehr sein als eine Art „Drehscheibe für Information“. Durch die Bündelung der Angebote und die angestrebte Vernetzung der verschiedenen Anbieter können auch neue Angebote entstehen.

Zu den angedachten Maßnahmen, die in Kooperation mit anderen Trägern organisiert werden, gehören unter anderen:
Sportangebote für Frauen und Familien (vom Walking bis hin zum Spieletreff)
(indirekte) Sprach- und Computerförderprojekte außerhalb der etablierten Kurse
Vermittlung von Grundlagen der Medienarbeit/Pressearbeit – Wer ist Multiplikator, wie mache ich meine Arbeit bekannt für Migrantenorganisationen und Interessierte
Unterstützung bei der Öffentlichkeitsarbeit, sowohl organisatiorische Hilfen (Was schreibe ich wie, wie erstelle ich einen Flyer) als auch technische Hilfen (Kopierer)
Nachbereitung von Projekten, Berichte, evt. Abrechnungen
Hilfe bei einmaligen Veranstaltungen (siehe nächster Punkt)
Einmalige Veranstaltungen als Ausflüge für Familien mit Kindern, Spiele und Bastelnachmittage für Kinder und Vermittlung von Nachbarschaftshilfen
Herausgabe eines deutsch-türkischen Newsletters für den Freizeitclub
und Dokumentation unter der website www.vorortinahlen.de

2.2. Zielgruppen

Die „freizeithilfen vor ort“ richtet sich an alle Bewohner des Stadtteils, nicht nur Migrantinnen und Migranten. Alle Angebote richten sich ausdrücklich an jeden Bewohner im näheren Umfeld. Der erhoffte Integrationsaspekt ergibt sich aus der Zusammensetzung der Bevölkerung im Stadtteil. Zielgruppen sind
Jugendliche
Familien
Senioren
Frauen

2.3. Methodischer Ansatz und Maßnahmen

Das im Jahre 2001 umgebaute Glückaufheim ist zu einem neuen sozialen Treffpunkt des Ostenstadtteils geworden. Im Haus sind vielfältige Projekte zur beruflichen Qualifizierung, Beratung und Versorgung integriert. Herzstück ist das niedrigschwellige Stadtteilbüro, an dem mit dem Glückaufsaal ein kleines, offenes Café angrenzt, das tagsüber geöffnet ist.

Im Foyer stehen für alle Bürgerinnen und Bürger zwei Computerarbeitsplätze zur Verfügung.

Dieses kleine Center hat folgende Ausstattung im offenen Angebot:
Computerarbeitsplätze
Anschluss an das Internet
Auslage lokaler Zeitungen
Hier könnten dann auch die von der Koordinierungsstelle herausgegebenen Flyer und die Wandzeitung mit regelmäßigen Informationen über das Stadtteilleben ausgelegt werden. Bei Fragen ist ein zweisprachiger Anprechpartner vor Ort.

Angebote für die Besucher:
„Was ist los“ im Stadtteil, wo kann ich Fußball spielen, den Umgang mit dem Computer lernen, gibt es Malkurse etc.
Angebote für Vereine, Veranstalter und Jugendzentren
Entgegennahme von Anmeldungen, Organisation
Hilfen bei der Erstellung von Flyern, Programmen etc.
Hilfe bei der Presse/Öffentlichkeitsarbeit

Diese Informationen müssen zusammen getragen und aufbereitet werden. Als Medien bietet sich die Erstellung eines Newsletters, die Bearbeitung der www.vorortinahlen.de, die Herausgabe einer Wandzeitung und entsprechender Flyer.

Bei der Zusammenarbeit mit anderen Institutionen besteht ein seit Jahren aufgebautes dichtes, funktionierendes Netzwerk. Enge Kontakte bestehen zu:
Migrationsdienst der AWO
Ditib – Moschee auf der Rottmannstraße
Ahlener Türkischer Sportverein (ATSV)
Revierarbeitgemeinschaft kulturelle Bergmannsbetreuung (REVAG) e.V.
Ausländerbehörde des Kreises WAF
Ausländerbeirat der Stadt Ahlen
Türk. Schul- und Familienverein
Volkshochschule und Sozialamt der Stadt Ahlen
Agentur für Arbeit
ARGE des Kreises WAF
Betrieben und Einrichtungen aus Ahlen

Langfristig ist daran gedacht, eine möglichst heterogene Gruppe Interessierter in ein Clubmodell einzubinden. Unter dem Motto „aktives Tun“ ergibt sich so der Integrationsaspekt praktisch von selbst. Diese Keimzelle erhält einen regelmäßig erscheinenden Newsletter, der die Formen der Selbstorganisation präsentiert und die Informationsklammer bildet.


"Freizeithilfen vor Ort" wurde gefördert vom Europäischen Integrationsfonds (EIF). mehr